• Julia Kuntz

Alltagsleben Teil 8 - Prophetisches Gebet - 15. Mai 2017

Der Gebetsraum bietet an jedem Tag zu bestimmten Zeiten prophetisches Gebet an. Seit meinem zweiten Semester bin ich in dem Team, das sich dienstagmorgens von 6:50 - 9 Uhr trifft. Wie genau funktioniert das alles mit dem prophetischen Gebet? Ziemlich einfach und wesentlich weniger seltsam, als so manch einer sich das vorstellt ;)

Wir treffen uns als Team um 6:50 Uhr, schwatzen, haben eine kurze Andacht, die irgendwie mit dem Thema zu tun hat oder reden über Dinge, auf die wir mehr Wert legen oder verbessern wollen. Das leitet unsere Teamleiterin Amanda, die auch den ganzen anderen organisatorischen Teil übernimmt. Dann gehen wir in Gruppen von zwei bis drei Leuten in die für uns reservierten Nebenräume. Amanda holt in der Zeit die Leute, die sich für Gebet eingetragen haben, ab und setzt sie in designierte Stuhlreihen im Gebetsraum, wo sie warten können, bis sie dran sind. Amanda bringt dann immer 2-3 Leute zu unseren Teams in den Raum und wir legen los: “Hallo, schön, dass ihr da seid, wie heißt ihr, ist das euer erstes Mal…” Wir erklären, was wir machen, dass sie ihre Prophezeiung gerne mit dem Handy aufnehmen können und sich ansonsten einfach zurücklehnen und entspannen dürfen. Dann öffnet einer von uns mit einem Gebet und die anderen fangen schon mal an, die Ohren zu spitzen und zu hören, was Gott ihnen so gibt. Der, der als erstes “was hat”, gibt das der jeweiligen Person weiter und wir anderen schließen uns dann da an. Wenn wir durch alle durch sind, schließen wir im Gebet und geben ihnen ein Rückmeldungsbogen zum Ausfüllen mit. Das wiederholen wir so lange, bis alle dran waren. Am Ende treffen wir uns noch mal als Team und gehen durch die Rückmeldungsbögen und eventuelle Fragen durch. Relativ unspektakulär ;-)


Unsere Grundlage für diesen Dienst ist 1. Kor 14,1-4:

1Das soll also euer Ziel sein: ein Leben, das von der Liebe bestimmt wird. Bemüht euch aber auch um die Fähigkeiten, die uns durch Gottes Geist gegeben werden, und wenn ich das sage, denke ich vor allem an die Gabe des prophetischen Redens. 2 Wenn jemand in einer von Gott eingegebenen Sprache redet, richten sich seine Worte nicht an Menschen, sondern an Gott. Keiner versteht ihn; was er – durch Gottes Geist gewirkt – ausspricht, bleibt ein Geheimnis. 3 Wenn jemand hingegen eine prophetische Botschaft verkündet, richten sich seine Worte an die Menschen; was er sagt, bringt ihnen Hilfe, Ermutigung und Trost. 4 Wer in einer von Gott eingegebenen Sprache redet, bringt damit sich selbst im Glauben weiter; wer prophetisch redet, dient der ganzen Gemeinde.


Die Gabe der Prophetie ist für jeden, und nicht nur für Super-Christen: Jeder kann Gottes Stimme hören und weitergeben, was er gehört hat. So einfach ist das. Wenn ich Gottes Stimme in meiner Stillen Zeit hören kann, kann ich sie auch für andere hören. Dann kann ich auch prophezeien.

Wir prophezeien mit einem bestimmten Ziel: Aus Liebe, um der Gemeinde und dem Einzelnen zu dienen; um Hilfe, Ermutigung und Trost zu bringen. Nicht, um die Menschen, die zu uns kommen, zu richten, ihre Sünden aufzuzeigen, ihre tiefsten Geheimnisse zu offenbaren oder um ihnen zu sagen, wen sie heiraten sollen. “No mates, dates, and babies.” wie hier immer gewitzelt wird. Alles was wir tun, ist Gott zu bitten, uns zu offenbaren, was er über seine Kinder denkt und fühlt, wie er sie sieht und was er ihnen sagen möchte.

Es gibt zwar so einige grundlegende Dinge, die man beachten sollte, aber das Ganze ist unglaublich unkompliziert und gleichzeitig auch ein riesiger Segen für den Betenden und den Empfangenden.


Einer meiner Hauptgründe warum ich in diesem Team bin, ist, dass diese Gabe genauso funktioniert wie ein Muskel: Je mehr man übt, desto mehr stärkt man den Muskel. Gottes Stimme zu hören war eine lange Zeit meine persönliche Herausforderung. Ihn dann auch noch unter Zeit-und Erwartungsdruck hören zu müssen, ist das perfekte “Fitnessstudio” für meinen Glaubensmuskel. Mittlerweile schwingt zwar immer noch ein letzter Rest Nervosität mit, aber eigentlich macht mir das Prophezeien so richtig Spaß. Erstens ist es einfach super cool, zu hören, was Gott über andere Menschen denkt, denn seine Gedanken sind immer voller Liebe und Güte und Hoffnung. Zweitens ist es genauso super cool zu sehen, wie diese Worte die Menschen berühren und in ihre persönliche Situation hinein sprechen und sie trösten, ermutigen und bestärken. Drittens ist es auch ziemlich ermutigend, wenn man “richtig hört” und das, was sich nach einem seltsamen Gedanken angehört hat, wirklich auf die Person zutrifft. Prophetisches Gebet ist eines der Dinge, bei denen man anderen dient und gleichzeitig selbst erfrischt wird. Sehr weiter zu empfehlen ;-)

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