• Julia Kuntz

Das Gebetshaus "The Tabernacle" - 28. Jun 2018

Das Gebetshaus im Rotlichtviertel. Wenn man drinnen ist, merkt man gar nicht mehr wo man ist; eingeklemmt zwischen den verschiedenen Bars, Sexläden, Bordellen und Coffeeshops.

Momentan hat das Gebetshaus 7 vollzeitliche Mitarbeiter und eine Anzahl von Teilzeit - oder Freizeitmitarbeitern. Manche kommen von JMEM zu verschiedenen Sets dazu, andere kommen aus unterschiedlichen Gemeinden aus der Stadt und wieder andere kommen als Teams von christlichen Organisationen, die hier unter Prostituierten, Drogenabhängigen und Obdachlosen arbeiten. Das macht jedes Fürbitte Set hier anders: mal ist der Raum fast leer, mal platzt er fast aus allen Nähten. Mal wird für "die Frauen hinter den Fenstern", wie sie hier genannt werden, mal für Holland oder gar Israel gebetet. Wo wir in unserem riesigen Gebetsraum in Kansas City unsere feste Struktur haben, nach der ein Set abläuft, ist das hier völlig frei. Jeder Gebetsleiter kann so kreativ sein wie er will und hat die Freiheit, die 2 Stunden mit dem Heiligen Geist zusammen zu gestalten. Wo in Kansas City über die Hälfte des Raumes mit anderen, persönlichen Dingen beschäftigt ist, macht hier noch jeder bei der Fürbitte mit. Die Mitarbeiter sind so wenige, dass jeder miteinbezogen ist und der Raum so klein, dass man schon fast nicht anders kann als mitzubeten. In Kansas City haben wir Musikteams mit mindestens 7 (bis zu 13) Leuten, hier sind es oft nur 2, allerhöchstens 4. Und man hört die Beter sogar ohne Mikrofon.

In genau so einem kleinen Gebetsraum auf den Philippinen habe ich die Gebetshausbewegung kennengelernt und es fühlt sich so an, als bin ich irgendwie wieder zuhause angekommen. Nur dass ich diesmal den Vorteil habe, beide Seiten zu kennen: das riesige, strukturierte Gebetshaus und den kleinen, spontanen Gebetsraum. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie die Umstände, Kultur, Persönlichkeit der Leitung, und Gottes Führung jedem Gebetshaus einen ganz eigenen Ausdruck geben, obwohl sie doch alle die gleiche DNA haben. Es ist außerdem sehr interessant für mich zu sehen, wie das Gebetshaus hier mit den Herausforderungen und Dilemmas umgeht, die wir auch schon auf den Philippinen hatten. Der Blick hinter die Kulissen ist immer noch der hilfreichste.


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