• Julia Kuntz

Kurs: Theologie des Heiligen Geistes / Class: Theology of the Holy Spirit - 17. Apr 2018


DEUTSCH

Die Geschichte von Gottes Volk ist die Geschichte von Gottes Gegenwart. Israels ganze Geschichte dreht sich um die Gegenwart Gottes: Gott zu begegnen, seiner Gegenwart zu folgen, unter ihnen Raum für ihn zu schaffen (2.Mo. 3:5,12,16; 40:35, 2.Mo. 20-31, 1.Kö. 8:11). Vom brennenden Busch bis zum Tempel Salomons ging es immer darum, wie Gott unter ihnen wohnen kann und wie sie mit seiner Gegenwart richtig umgehen (1.Kö. 9:6-9, Mal. 1-4). Moses selbst sagte, dass Gottes Gegenwart das Einzige ist, was Israel von allen anderen Völkern unterscheidet: ”Wenn du nicht mitgehst, wäre es besser, du ließest uns hier bleiben. Woran sollen wir denn erkennen, dass wir in deiner Gunst stehen, ich und dein Volk? Doch nur daran, dass du mit uns ziehst und uns dadurch vor allen anderen Bewohnern der Erde auszeichnest, nicht nur mich, sondern auch dein ganzes Volk!” (2.Mo. 33:15f).

Wie auch immer, Israel hat Gottes Gegenwart unter ihnen nicht geehrt - was darin resultierte, dass der Tempel zerstört wurde und sie Gottes Gegenwart in ihrer Mitte verloren (1.Kö. 9:6-9, 5.Mo. 31:16-18, Hez. 39:21-24). Deswegen bekam auch genau das, Gottes Versprechen, den Tempel wieder aufzubauen und wieder unter ihnen zu wohnen, die zentrale Hoffnung für ganz Israel (Hez. 37:27, Hez. 40-48, Dan 5:13, Isa 2:2-3).

Paulus sieht dieses Versprechen mit dem Neuen Bund als beantwortet an (Hez. 36:24-29). Gott hat für sich selbst einen Weg geöffnet, um unter seinem Volk wohnen zu können: Er hat sich in uns einen Tempel geschaffen, errichtet durch den Tod und die Auferstehung Jesu. Und dann kommt er als Heiliger Geist und wohnt in diesem Tempel - also in uns. Paulus setzt den Heiligen Geist mit Gottes Gegenwart gleich (basierend auf Jes. 63). Damit macht er den Heiligen Geist zur Antwort auf Israels Hoffnung und zur Erfüllung seines Versprechens wieder unter seinem Volk zu wohnen.

Aber der Heilig Geist ist nicht nur die Erfüllung des Versprechens; er ist auch der, der die Erfüllung möglich macht. Durch sein Wirken im Einzelnen und in der Gemeinde als Ganzes schafft er sich selbst eine Wohnung und erhält sie auch (1.Kor. 6:16, 3:1-6, 2. Kor. 6:19). Das tut er durch sein Mitwirken bei unserer Errettung und auch dadurch, dass er uns von Innen heraus verändert und heilig macht ( Joh. 14-16, Gal. 5-6). Der Heilige Geist wünscht sich nichts sehnlicher als mit uns Gemeinschaft zu haben und scheut sich in seiner Freude nicht, die Sache selbst in die Hand zu nehmen! Er freut sich darauf, sein Versprechen zu erfüllen und uns nahe zu sein.


ENGLISH

The story of the people of God is the story of the presence of God. Israel’s story as a people centers around the presence of God: encountering it, following it, making room for it among them (Ex 3:5,12,16; Ex 20-31; Ex 40:35, 1 Kgs 8:11). From the burning bush to the temple of Solomon, it was all about God in their midst and how to steward his presence well (1 Kgs 9:6-9, Malachi 1-4). Moses himself declared that God’s presence is the one thing that distinguished Israel from the other peoples on the earth: “(..) If your Presence does not go with us, do not send us up from here. How will anyone know that you are pleased with me and with your people unless you go with us? What else will distinguish me and your people from all the other people on the face of the earth?” (Ex 33:15-16). However, Israel’s failure to steward God’s presence rightly resulted in the destruction of the temple and the loss of the presence of God (1 Kgs 9:6-9, Deut 31:16-18, Eze 39:21-24) . Thus, their central hope as a people is the promised restoration of the temple as a place for God to dwell and the return of the presence of God to this dwelling place among their people (Eze 37:27, Dan 5:13, Eze 40-48, Isa 2:2-3).

Paul sees this ancient promise answered in the New Covenant (Eze 36:24-29). God has made a way for Himself to dwell among his people: he builds himself a holy temple in the believer, through the death and the resurrection of Christ, and then sends his presence, the Holy Spirit, to dwell in it. Paul, based on Isa 63, equates the Holy Spirit with the presence of God, thus making the Holy Spirit the answer to Israel’s hope and the fulfillment of God’s promise to dwell with his people. But the Holy Spirit is not just the answer to the promise of fellowship itself, he is also what makes the answer possible. It is through his working in the individual believer and as well as the corporate gathering of the believers that God’s dwelling place, the temple, is established and maintained (1 Cor 6:16, 3:1-6, 2 Cor 6:19). He establishes it through his participation in the salvation of a believer and maintains it by growing us in holiness (Jh 14-16, Gal 5-6).

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