• Julia Kuntz

Kurs: Theologie des unaufhörlichen Gebetes/ Class: Theology of Night and Day Prayer - 4. Apr 2018


DEUTSCH

Lobpreis, Gebet und Mission sind alle, Dank Gottes Design, untrennbar miteinander verbunden, da sie alle in darin gegründet sind, Gottes unendliche Schönheit zu betrachten. Gott hat uns als Menschen, mit Körper, Geist und Seele, so geschaffen, dass Schönheit uns berührt und bewegt. Denn Gott selbst ist schön. Er hat uns also so geschaffen, dass es ganz natürlich für uns ist, auf die Offenbarung seiner Selbst - seiner Schönheit - zu reagieren. Wenn wir Gott in seiner Schönheit anschauen, bewegt es uns dazu, ihn zu preisen, zu beten, und anderen davon zu erzählen. Gott anzuschauen und uns von dem bewegen zu lassen was wir sehen ist unsere einzigartige Bestimmung als Menschen (2. Kor. 3,18; Eph. 1,4-6).

Lobpreis, im Licht dieser Bestimmung, definiert sich als unsere allumfassende Antwort auf die Offenbarung von Gottes Schönheit. Es ist mehr als nur Lieder zu singen oder unsere Hände zu heben - Lobpreis beginnt mit einem Ja in unserem Herzen. Einem Ja der Zustimmung, dass das und der den wir sehen wirklich gut ist, seine Wege die richtigen sind und seine Erwartungen an uns ebenso gut und richtig sind. Lobpreis endet bei dem Ja in unserem Herzen, alles in uns mit dem was wir gerade als gut und richtig erkannt haben, in Einklang zu bringen: unsere Denkweisen, Ansichten, Angewohnheiten, Ziele, Beziehungen etc. Deswegen sagt auch Paulus in Rö. 12:1: “Ich habe euch vor Augen geführt, Geschwister, wie groß Gottes Erbarmen ist. Die einzige angemessene Antwort darauf ist die, dass ihr euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung stellt und euch ihm als ein lebendiges und heiliges Opfer darbringt, an dem er Freude hat. Das ist der wahre Gottesdienst, und dazu fordere ich euch auf.” Lobpreis ist eine allumfassende Antwort auf das, was wir in Gott sehen.

Gebet, auch in Fürbitte und Anbetung, ist lediglich eine Antwort auf die Offenbarung Gottes. Wenn wir Gott in seiner Fülle sehen, dann werden wir dazu inspiriert und ermutigt ihn um alles mögliche zu bitten und in Worte zu fassen, was wir gerade anschauen und was das mir uns macht. Ein Gebetsleben - oder ein Leben voller Gebet - kann nur durch ein Leben des Betrachtens, durch ein beständiges Anschauen Gottes, erhalten werden (Ps. 16,8). Unser Gebetsleben ist eine interaktive Beziehung mit dem, den wir sehen und betrachten (Ps. 27,8).

Selbst Mission ist daraus geboren, Gott zu betrachten. Einfach ausgedrückt bedeutet Mission, anderen von dem zu erzählen, den wir gerade gesehen haben, dem wir geantwortet und mit dem wir in eine Beziehung eingetreten sind. Es bedeutet andere dazu einzuladen, ihn auch anzuschauen, zu antworten und eine Beziehung mit ihm einzugehen. Mission ist Teil unserer Antwort des Lobpreises: Gottes Schönheit bewegt uns dazu, anderen auch davon zu erzählen (1. Joh. 1,1-3), denn Schönheit, wie alles Gute, will geteilt werden.

Gottes Schönheit, seine Herrlichkeit, zu betrachten, ist das Fundament, die Motivation und das Ziel von Lobpreis, Gebet und Mission (Joh. 1:14-16). Deshalb hat Paulus auch für die Gemeinde in Ephesus gebetet: “Ich bete darum, dass Gott – der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater, dem alle Macht und Herrlichkeit gehört – euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung gibt, damit ihr ihn immer besser kennen lernt. Er öffne euch die Augen des Herzens, damit ihr erkennt, was für eine Hoffnung Gott euch gegeben hat, (...)” (Eph. 1:17-19). Paulus wollte, dass die Gemeinde befähigt wird, Gott zu sehen und zu betrachten. Gottes Schönheit, die wir betrachten, besteht aus seinem Charakter, seiner Kraft und seinen Plänen. Wir sehen sie in der Bibel, in Jesus, in seinen endzeitlichen Plänen. Überall. Und wir antworten darauf mit allem was wir sind.


ENGLISH

Prayer, worship, and missions are all, by divine design, intrinsically intertwined because all of them are rooted in beholding the infinite beauty of God. The way God designed the human being, in spirit, emotions, and its physical frame, is to be touched and moved by beauty. Because God is beautiful. In that sense, he created us to be naturally respondent to the revelation, the unveiling of himself. When we behold God, we are moved to worship and pray, and to engage in missions. Beholding God and responding to whom and what we are beholding, in all possible responses, is our unique human purpose (2 Corinthians 3:18, Ephesians 1:4-6).

Worship, in light of this purpose, is defined as the all-encompassing response we have to the revelation of God. It is not just singing songs or lifting our hands - it begins with the yes in our heart, the yes of agreement that God truly is good and right in everything he is and does and demands. It ends with the yes of agreement to align everything within us and our lives, our worldviews, thinking patterns, habits, goals, and relationships with what he deems good and right. This is why Paul can say in Romans 12:1: “...in view of God’s mercy, to offer your bodies as a living sacrifice, holy and pleasing to God—this is your true and proper worship.” Worship is our holistic response to the beauty of God.

Prayer, especially continuous prayer in both petition and adoration, is also merely a response to the revelation of God. Beholding all that God is, we are inspired and encouraged to ask God for anything we need - and to verbalize our adoration for what we are beholding. A life of prayer can only be based on a life of continuous beholding (Psalm 16:8). And a life of prayer is a life of interactive relationship with the one we are beholding (Psalm 27:8).

Missions as well is birthed out of the beholding of God. In a very simplistic definition, missions is telling others about the God we have just beheld, responded to in worship, and entered into an active relationship of prayer with. It is inviting others into beholding, worshipping, and relating to this God too. Moreover, missions is part of our natural worshipful response to God: we are moved to share with others what we have just beheld (1 John 1:1-3).

Beholding God in his beauty is the foundation, the fuel, and the goal of worship, prayer, and missions (John 1:14-16). It is for this reason that Paul prayed for the church of Ephesus, of whose faith he had heard, “that the God of our Lord Jesus Christ, the Father of glory, may give to you a spirit of wisdom and of revelation in the knowledge of Him. I pray that the eyes of your heart may be enlightened, so that you will know…” (Ephesians 1:17-19). Paul prayed that the church would be empowered to behold. The beauty of God we are called to behold and to respond to, are his attributes: his personality, power, and purposes. We see them in the Bible, in Christ, in the end times storyline. Everywhere. And we respond to them with singing, living - our everything.

Jk-2.png
  • Weiß Facebook Icon
  • YouTube - Weiß, Kreis,
  • Weiß Instagram Icon