• Julia Kuntz

Und wie genau hast du das gemacht?

Also das Epheser-Auswendig-Lernen. Gute Frage! Das “wie genau” war tatsächlich eine Reihe von Selbstexperimenten und ganz schön viel “trial and error” und “learning by doing” und “Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung”.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich herausgefunden hatte, wie ich persönlich am besten auswendig lernen kann. Und das langfristig, akkurat und in hoher Quantität.

Auch wenn ihr vielleicht anders tickt, lohnt es sich trotzdem, aus meinen Erfahrungen zu lernen.


1. Laut reden. Meine Gedankenwelt ist ein Minenfeld von Ablenkung - wenn ich etwas nur in Gedanken aufsage, bin ich innerhalb von 10 Versen wieder abgelenkt und es kostet mich zudem noch eine riesige Menge an Mehrenergie.Wenn ich es allerdings laut aufsage, hilft mir das, mich zu konzentrieren und ich bleibe viel länger bei der Sache. Mindestens muss ich dabei mal die Lippen bewegen (im Zug mit der Maske auf geht das echt gut!)


2. Sag es mit Gefühl. So, wie man sich vorstellen würde, dass der Autor selbst es sagen würde. Nur dann wird es wirklich lebendig, bleibt einem tatsächlich im Gedächtnis und macht die Übergänge zur nächsten Passage auch logisch und damit wieder “merkbar”.


3. Steter Tropfen höhlt den Stein. Zu schnelles Lernen von zu langen Passagen führt nur dazu, dass man sie sich nicht wirklich gut merken kann und dann frustriert und enttäuscht feststeckt. Das ganze ist ein Marathonlauf, kein Sprint. Und das Geheimnis an der Sache ist, sich die Etappen so klein zu portionieren, das man jeden Tag ein kleines Erfolgserlebnis hat. Glückshormone sind hervorragende Motivation!


4. Visualisieren. Ich persönlich lerne am besten, wenn ich etwas sehen und in der Hand halten kann. Also habe ich mir alles auf Karteikarten aufgeschrieben. Die Verszahl in einer Farbe, die Schlüsselwörter in einer anderen und die Bindewörter in noch einer anderen Farbe. Was visuell heraussticht, kann ich mir besser merken...und ich gebe zu, ich wollte meine Bibel nicht verunstalten.


5. In Gedankengängen lernen. Man kann sich einen zusammenhängenden Gedankengang super merken, denn immerhin ist alles logisch verknüpft. Also teil es dir nicht nach Versen sondern nach logisch zusammenhängenden Passagen ein. Dann hast du halt mal mehr, mal weniger Verse zu lernen, aber das macht ja nichts. Wenn man an einem “Cliffhanger” aufhört, anstelle des “Gedanken-Endes” kann man am nächsten Tag viel besser wieder einsteigen.


6. Verknüpfungen sind dein bester Freund. Egal ob es die Bindewörter sind, die ganzen “deshalb” und “deswegen”s oder doch der rote Faden im Inhalt - das schwierigste ist es, den Übergang zur nächsten Passage hinzubekommen. Deswegen bewusst auf die Übergänge achten.

In Bewegung bleiben. Ich lerne am allerbesten, wenn ich laufe. Schlendere, mich irgendwie nebenbei bewege, ohne das es mich Konzentration kostet - also lerne ich beim Spazierengehen. Noch ein Grund für Karteikarten.


8. Einfach wieder von vorne anfangen. Wie oft habe ich aufgehört, alles wieder vergessen und war richtig genervt von mir selbst. Aber mal ganz ehrlich: ist doch total egal, ob man wieder von vorne anfangen muss! Denn selbst wenn man es nicht bis zum Ende schafft, hat man doch Zeit mit Gott und seinem Wort verbracht und ihn besser kennengelernt. Und darum geht es ja eigentlich!

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