• Julia Kuntz

Warum der Gebetsraum nicht langweilig ist - 27. Jan 2016

Fast jeder Christ kennt es, und fast jedem graut es heimlich davor; und selbst jeder Nicht-Christ hat ein seltsames Bild im Kopf wenn er daran denkt: Gebetstreffen. Wenn alle mit gesenkten Köpfen und gefalteten Händen im Stuhlkreis sitzen und der Reihe nach ein Gebet sprechen, und man sich beim besten Willen nicht wirklich konzentrieren kann, sich aber auch nicht traut sich zu langweilen.

Daran denkt jeder, wenn man Gebetshaus sagt. Und nichts ist weiter von dem, was wir hier machen, entfernt. Wenngleich es hier genauso angefangen hat – für die ersten Jahre, bevor das Gebetshaus offiziell geöffnet hat! Und da man hier genauso daran verzweifelt ist, wie überall sonst auch, haben sie das Ganze ein wenig weiterentwickelt, um Gebet auch täglich über Jahre „aushaltbar“ zu machen.

Der grundlegende Trick an der Sache ist, Gebet mit Musik zu kombinieren. Wer sagt, dass man Gebete nur sprechen kann? Und wer, dass Lobpreis nur eine Ansammlung aus Liedern ist?

Über die Jahre haben sich die folgenden vier Grundbausteine entwickelt:

  1. Fürbitte Begonnen wird ein Fürbitte-Set mit Lobpreis, der thematisch darauf ausgelegt ist, sich auf Gott auszurichten: wer Er ist, was Er fühlt, wie Er handelt, was Er kann etc. Das weckt unseren Glauben immer wieder neu – und ist die perfekte Grundlage für Fürbitte. Dann beginnt der Gebetsleiter, aufbauend auf einen Bibelvers, für ein bestimmtes Thema zu beten. Wenn er fertig ist, greifen die Sänger seinen Punkt auf und machen daraus spontan einen kurzen Refrain, den jeder im Raum mitsingen- bzw. beten kann. Dann betet der Gebetsleiter wieder, es wird ein neuer Refrain gemacht und so weiter. Um auch Anderen die Möglichkeit zum Beten zu geben, gibt es sogenannte „rapid fire prayer“, in denen jeder der möchte, ein kurzes Gebet ins Mikrofon sprechen kann. Oder ein paar Minuten Gebet in Kleingruppen im Raum. Nach ungefähr einer Stunde gibt es dann wieder Lobpreis, und dann fängt das Ganze wieder von vorne an.

  2. Prophetischer Lobpreis Prophetischer Lobpreis ist spontaner Lobpreis, in dem man das singt, was der Heilige Geist einem zeigt. Das können einzelne kurze Sätze sein oder es kann auch länger dauern oder gleich ein Refrain sein. Das Wichtigste und Einfachste ist es, beim Singen auf Gott zu hören und Ihm dahin zu folgen, wo Er einen hinführt. Prophetischer Lobpreis kommt spontan zwischen geplanten Liedern oder auch in Fürbitte-Zeiten vor.

  3. Lobpreis mit der Bibel, auch „Anbetung mit dem Wort“ genannt Das ist ebenso wie das Fürbitte-Set ein zweistündiges Set, das mit Lobpreis beginnt. Dann ließt der „Wort-Leiter“ eine kurze Bibelstelle vor und wiederholt den ersten Vers. Die Sänger greifen diesen Vers auf, legen sich auf ein bestimmtes Thema darin fest und entwickeln es durch das Singen kurzer Sätze weiter, bis sie aus dem thematischen Hauptpunkt ,der sich ergeben hat einen Refrain entwickeln, der wieder von allen mitgesungen werden kann. So arbeitet man sich durch den Bibelvers durch. Das tolle daran ist, dass man während dem Singen (und Zuhören) gleichzeitig die Bibel studiert und der Heilige Geist einem darin unglaublich viel Neues zeigt! Hier wird es liebevoll das „Singing Seminary“ genannt. Zu Recht!

  4. Lobpreis im Andachts-Stil Manchmal sitzt auch einfach nur eine Person am Keyboard oder an der Gitarre und singt Lieder zu Gott, beschäftigt sich mit einem Bibelvers,in dem sie ihn und ihre Gedanken und Gefühle dazu singt, macht prophetischen Lobpreis oder spielt einfach nur instrumental.

Diese Art Musik und Gebet zu kombinieren wird als „Harp and Bowl Model“ bezeichnet, aufbauend auf Vers 8 in Offenbarung 5: „Und die vierundzwanzig Ältesten fielen vor dem Lamm nieder und jeder hatte eine Harfe (Lobpreis) und goldene Schalen mit Weihrauch, die die Gebete der Heiligen sind.“ Dieses Model dient dafür, Gebet angenehm zu gestalten, sodass man Spaß daran hat und es auch über die Jahre hinweg durchhält. Gleichzeitig ist es auch darauf ausgelegt, es möglichst vielen Personen zu ermöglichen mitzumachen (einschließlich Gott) – und das Ganze dann zu strukturieren.


Aus eigener Erfahrung von beiden Seiten – als Sänger und als Besucher – kann ich bestätigen, dass es jede Menge Spaß macht und Musik so hilfreich ist! Als Sänger macht es unglaublich viel Spaß, Bibelverse mit Musik zu kombinieren und als Team gemeinsam „neues Land“ zu erkunden und sich vom Heiligen Geist führen zu lassen. Man lernt die Bibel und Gott selbst viel besser kennen wenn man darüber singt, einfach weil Musik eher das Herz berührt als den Kopf :-)

Und wenn Gott einen ein einfachen Punkt aufs Herz legt, den man dann auch ausbeten will, ist es viel leichter, es als Refrain zu singen und es so zu wiederholen, als es mit vielen Worten ausschmücken und immer wieder umformulieren zu müssen, damit es mehr wird als nur ein Satz und sich am Besten noch gut anhört.

Und oft berührt ein Refrain im Lobpreis mit der Bibel mein Herz viel mehr, als wenn jemand den Satz einfach nur sagt und ich habe ihn oft noch Stunden später im Ohr. Mal ganz abgesehen davon, dass Bibelverse dadurch auch viel lebendiger für mich werden!

Ich kann es nur jedem empfehlen ;-)



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