• Julia Kuntz

Evangelisation mal anders! - 7. Jul 2018

Es war das erste Mal, dass ich eine positive Erfahrung mit Evangelisation gemacht habe! Und ich bin 28 Jahre alt und in der Kirche aufgewachsen.

Jeder Christ will es wollen, aber will es eigentlich nicht. Man fühlt sich seltsam dabei, hat keine Ahnung was man sagen soll - und drückt sich davon, wo man nur kann. Und dann wollen es gutmeinende Leute beibringen, planen für Freizeiten einen Evangelisationsnachmittag ein - und werfen einen vor den Bus. "So, jetzt geht evangelisieren." Ich hasse es. Aber gleichzeitig will ich auch Menschen von Jesus erzählen! Denn immerhin glaube ich ja, dass Jesus die Antwort ist. Auf alles.


Genug Einleitung: Ich und Madeleine, meine Mitpraktikantin, schlossen uns am Dienstag einem Evangelisationsteam an. Schlau wie ich bin, bestand ich darauf einfach nur mitzugehen und mir anzuschauen, "wie es gemacht wird" ohne etwas sagen zu müssen.

Was diese Gruppe macht, ist rauszugehen und 1) sich einen Ort zu suchen, wo die Leute sitzen und Zeit haben und nicht eilig irgendwo hin rennen. Sehr gute Idee. Wer will schon angequatscht werden, wenn mans eilig hat.

Dann sprachen wir, also eigentlich Nick, definitiv nicht ich, eine Gruppe an: "Sprecht ihr Englisch? Wir laufen hier grade rum und fragen Leute nach ihrer Meinung zu einem bestimmten Thema; habt ihr vielleicht Lust, uns zu sagen was ihr denkt? Ihr müsst nicht, kein Druck." 2) Es ist viel angenehmer und einfacher (und noch viele andere positive Adjektive), jemandem eine Frage zu stellen als eine Predigt zu halten.

3) Das Thema ist: was ist das erste das euch in den Sinn kommt, wenn ihr "Spiritualität" hört? Einfache, offene Frage. Und dann können die Leute erzählen und man hört zu und unterhält sich ganz normal, ganz zwanglos. Erst 20min später brachte Nick überhaupt erst ein, dass er Christ ist. Vorher redeten wir einfach darüber, was sie so glaubten und lebten. Das eine Mädchen erzählte, dass sie ganz viel fühlt wie es anderen geht, und manchmal Sachen weiß, die noch passieren werden. Nick warf ein, er wisse auch manchmal Sachen: hätten die Schwestern in der Gruppe Schlafprobleme und Albträume? Sie hatten es tatsächlich. Nick erklärte, dass er es wusste, weil Gott es ihm gesagt hatte und das, weil Gott die beiden sieht und liebt. Er betete dann für sie und bot ihnen an, Fragen zu stellen, wenn sie welche hätten. Hatten sie auch in der Tat ;)

Das ganze Gespräch ging ca. 30 Minuten, es war entspannt und interessant. Hat sich jemand bekehrt? Natürlich nicht! Hat jemand von Gott gehört, wurde zum Nachdenken angeregt und hat einen positiven Eindruck von Christen bekommen? Auf jeden Fall!

Zu hören, was diese 4 jungen Erwachsenen eigentlich über Spiritualität denken, hat mir klar gemacht, dass unser traditioneller Evangelisationsansatz ("Hast du schon mal von Jesus gehört", "Tu Buße oder du kommst in die Hölle") vollkommen nutzlos ist. Er geht nämlich gar nicht darauf ein, wo die Menschen grade stehen und holt sie in keinster Weise ab. Keiner will evangelisiert werden. Aber viele sind offen für ein Gespräch. Und diese beiden Schwestern haben auf jeden Fall etwas mitgenommen!





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